Die Stadt der Liebe oder so ähnlich…


So, momentan befinden wir uns im TGV von Paris nach Bordeaux. Drei Tage in Paris liegen hinter uns und unsere Meinungen zu Paris sind gespaltener Natur. Sicher Paris hat wundervolle Seiten – der Eiffelturm, besonders am Abend, ist ein Traum, das Museum Louvre mitsamt der (etwas klein geratenen) Monna Lisa sollte man sicher mal gesehen haben und die Stadt mit den vielen alten Gebäuden und Brücken hat sicher ein ganz besonderes Flair. Man sollte allerdings nicht falsch abbiegen…

…oder in unserem Fall das eigene Hostel aufsuchen. Ganz idyllisch an der Metro-Station Barbes-Rochechouart gelegen, bestach das „friends (!) Hostel Paris“ durch zwei – in Person wechselnde, aber in der Anzahl gleichbleibende- zwielichte junge Männer am Empfang (gut, dass das NICHT unsere Freunde sind! 😉 ), langsam aber stetig vergammelnde Zimmer, eine „besondere“ Organisation (erst sollten wir statt des gebuchten Dreibettschlafsaals in einen Neunbettschlafsaal ziehen, dann sollte in das schlussendlich erhaltene Dreibettzimmer um 22 Uhr abends noch eine vierte Person miteinziehen und das am Zimmer gebuchte WC hatten wir bis zur Abreise vergeblich gesucht) und letztendlich mussten wir doch feststellen, dass wir noch den ein oder anderen weiteren Mitbewohner hatten, führte die Wohnungstüre eines Mauselochs direkt in unser Zimmer. Leider konnte Familie Maus ihre Wohnung in den letzten drei Tagen nur über den Hinterausgang verlassen, haben wir doch die Haustür mit unseren Bettdecken verbarrikadiert – niemals im Leben hätten wir daran gedacht diese in ihrer eigentlichen Funktion zu verwenden.

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Positive Aspekte des Hostels: der Preis und Urs, aber dazu später mehr.

Man kann heraushören: Paris und wir, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Kamen wir auch am ersten Tag vollkommen übermüdet von der Busfahrt London : Paris in der Stadt der Liebe an, wurden wir gleich von zwei unterschiedlichen Arten der sogenannten Spezies „pickpockets“ begrüßt.
Zunächst fragte („Fragen“ im Sinne von wildem Gestikulieren und penetrantem Körperkontakt) uns eine Gruppe von ganz liebenswürdigen Kindern beim Fototografieren der Pont Neuf, ob wir etwas unterschreiben wollten und kamen uns dabei gefährlich nahe. Zu „ihrem Leidwesen“ stellte sich das elektronische Gerät, welches sich in Ninas Hosentasche befand aber als deutscher Paris-Reiseführer heraus und wir konnten gerade noch entkommen. Zurück an der Haltestelle unseres Hostels, konnte Anna noch ganz besondere Erfahrungen mit einem jungen Mann machen. Dieses mal hatte er die Hand schon in ihrer vorderen(!) Hosentasche und griff gerade noch nach dem Handy, als dieses glücklicherweise auf dem Boden der Metrostation landete und der junge Herr in bester Fußballplatzmanier seine Unschuld herausstellte und anschließend das Weite suchte. Solche Vorfälle schienen Barbes-Rochechouart übrigens häufiger heimzusuchen, dann ab dem zweiten Tag unseres Aufenthalts wurde die Station durchgehend polizeilich überwacht…das erleichterte uns die 50 Meter von der Haltestelle ins Hostel wohl viel mehr als ihr euch alle vorstellen könnt :D.

Aber so wie nicht alles Gold ist was glänzt, ist nicht alles Scheiße was stinkt ( Warum fallen mir jetzt wieder Geschichten zur Metro ein? :D).

Paris hat fantastische Seiten. Ein Abend auf den Wiesen vor dem Eiffelturm mit einem Baguette und einer Flasche Wein , einem wunderbaren Blick auf die beleuchtete Hauptattraktion und zwei Griechen ( oh falsche Stelle :D) ist mit Geld nicht zu bezahlen – und bei uns ja eh knapp. Falls ihr euch jetzt fragt, was die Griechen damit zu tun haben…Anna hat einen neuen Freund gefunden, wir 5 Miniatur-Eiffelturm-Schlüsselanhänger & die Griechen eine halbe Flasche Champagner über.

Völkerverständigung!

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Auch das Musee du Louvre ist einen Besuch Wert und der Anblick der Monna Lisa ist für EU-Bürger unter 26 sogar kos8tenlos. Unseren zweiten Tag in Paris haben wir übrigens größtenteils im Waschsalon und am Paris Plages (sprich: Paris Plack 😀 ) verbracht. Da haben die Franzosen entlang der Seine  einfach mal viele Tonnen Sand ausgekippt , ein paar Liegestühle und Erfrischungduschen draufgestellt und man kann mit Blick auf den Eiffelturm und die Pont Neuf den Sommer genießen.

Nachdem wir also gestern ausreichend Sonne getankt hatten, haben wir uns tatsächlich noch kulturellen Belangen zugewandt. Notre Dame stand auf dem Plan. Ausser der kleinen Berfremdlichkeit, dass man die Kirche während einer laufenden Messe besichtigen konnte, wirklich sehr sehenswert.

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Ausklingen lassen haben wir unseren Aufenthalt in der französischen Metropole übrigens wie auch schon in London mit einer Free Walking Tour durch die Stadt. Free ist die Tour zwar nicht wirklich, sondern funktioniert eher nach einem „Zahl-was-du-willst“-
System. Aber man hat zumindest die Möglichkeit gar nichts zu geben. Wir haben eine solche Tour nun zwei mal gemacht und waren beides mal begeistert und das obwohl wir die Tour heute leider vor dem offiziellen Ende verlassen mussten – der TGV nach Bordeaux rief.

Und da schließt sich der Kreis :D.

Abschließend kann man noch sagen, dass wir uns mit Paris mehr als versöhnt haben, auch wenn vieles nicht unsere Welt ist und war ;).

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Und es gibt immer einem dem es schlechter geht, in diesem Fall unsrem Zimmergenossen „Urs“aus Brasilien, der muss nämlich noch eine Nacht im „friends“ Hostel bleiben. 😀

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8 Gedanken zu “Die Stadt der Liebe oder so ähnlich…

  1. Ich stelle also fest:
    a) in Paris macht man interessante Bekanntschaften … und
    b) Interrail ist ein wahres Abenteuer
    Also alles paletti.

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